LKR Hessen: Gericht verurteilt Jugendlichen – nur ein Traum?

LKR Hessen: Gericht verurteilt Jugendlichen – nur ein Traum?

22.03.2017

Ein junger Mann (18) wurde zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, weil er angetrunken aggressiv Streit gesucht hatte (siehe Bericht der FNP vom 21.03.2017 http://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Aggressiver-Brunnenfestbesucher-stoesst-Mann-von-Mauer;art48711,2535245 )

„Gut so! Der Rechtsstaat muss Grenzen setzen“ mag man kommentieren. Doch warum ärgert einen dieses Urteil so sehr?

Weil es mal wieder ins Bild passt „Gefängnis für Falschparker und GEZ-Verweigerer und Freiheit für echte Verbrecher“. Hat der Staat diesmal so erbarmungslos zugeschlagen, weil es sich im Vergleich zu den üblichen Straftaten von Intensiv-Tätern um eine Bagatelle gehandelt hat?

Was war eigentlich passiert?
Der junge Straftäter drohte einem anderen Jugendlichen verbal und (Zitat) „zog ihn von der Mauer runter“. Des weiteren hatte der Angeklagte versucht, dem Angegriffenen einen Schwinger zu verpassen. Dieser konnte aber ausweichen, wodurch es (Zitat) „keine bedeutsamen Verletzungen“ gab.

Die üblichen Merkmale einer Strafmilderung, die insbesondere Dauer-Intensiv-Tätern permanent zugute angerechnet werden, griffen im aktuellen Urteil scheinbar allesamt nicht:
-Verurteilung, obwohl es sich um einen Jugendlichen unter 21 Jahren handelte.
-Verurteilung, obwohl der Täter schon mehrfach auffällig geworden war.
-Verurteilung, obwohl er alkoholisiert war.
-Verurteilung, obwohl er sich auf Erinnerungslücken berief.

Wurde folglich etwa verurteilt, weil
-er NICHT uneinsichtig war?
-er KEINE Waffen bei sich hatte?
-es sich NICHT um eine Auseinandersetzung unter Inkaufnahme von Todesfolge handelte?
-er das Gericht während der Verhandlung NICHT verhöhnte?
-ihm während der Verhandlung KEIN „Fan-Club“ im Gerichtssaal beistand?
-er sich der Festnahme NICHT widersetzte?
-er dabei die Polizei NICHT beleidigte?

LKR Hessen bezeichnet im Gegensatz zur medialen Öffentlichkeit solch einen Vorfall als „Rangelei“. Wer hingegen z.B. Waffen trägt und damit andere angreift oder z.B. Brandanschläge auf mit Polizisten besetzen Dienstwagen verübt (siehe EZB-Eröffnuns-Krawalle), der ist ein widerwärtiger Straftäter. Leider werden solche Personen aber meist nur sehr milde bestraft und auch nur sehr milde in der Öffentlichkeit über ihre Vergehen berichtet.

Diese „Intensiv-Verharmlosung“ von Intensiv-Tätern sollte von der Medialen Öffentlichkeit und den Gerichten endlich erkannt und unterlassen werden. Dann wäre nicht nur der Gerechtigkeit ein Dienst erwiesen, sondern vor allem auch dem Glauben in den Rechtsstaat.

Mitdenken statt abnicken!

#Gerechtigkeit

2017-03-23T12:51:58+00:00 23.03.2017|

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